Heute war eigentlich ein trauriger Tag, denn wir mussten Vancouver Island verlassen. Morgens früh um 07:20 Uhr haben wir den fantastischen Campground in Tofino den Rücken gekehrt (habe ich berichtet, dass wir das Meer rauschen gehört haben?) und sind die Holperstrecke zurück nach Nanaimo gefahren. Das ist keine baskische Trash-Metal-Gruppe, sondern eine Stadt an der Ostküste Vancouver Islands mit einem Fährhafen.
Wir sind so früh los, weil noch zwei kleine Wanderungen geplant waren. Die erste konnten wir nicht machen, da drei Volltrottel unserer Truppe zu dumm sind, um ihre Wohnmobile zu parken, und damit einen Parkplatz dicht gemacht haben. Nachdem ich ihnen die Luft aus den Reifen gelassen habe, sind wir zum zweiten Provincial Park gefahren, wo wir den ersten Wasserfall des Tages bestaunen konnten.







Dann ging es weiter nach Nanaimo. Das ist nach Victoria die größte Stadt auf der Insel und die fünftgrößte von British-Columbia. Mit 90.000 Einwohnern sind das für deutsche Verhältnisse eher bescheidene Zahlen, aber hier wohnt ja auch kaum einer. Benannt ist die Stadt nach einem Stamm der First Nation. Die hießen Snuneymuxw, aber weil das kein Brite aussprechen konnte, haben sie sie Nanaimo gennant. Ist doch logisch. Bloodpudding hätte noch komischer geklungen…
Das Städtchen hat einen niedlichen Hafen mit einer guten Aussicht und einer Spitzen-Fischbraterei. Direkt auf dem Wasser!












Nach erfolgreicher Nahrungsaufnahme führten die letzten Kilometer auf Vancouver Islands Straßen zum Fährhafen, um die BC-Ferries-Fähre nach Horseshoe Bay zu entern. Das liegt nördlich von Vancouver. Die Stadt hat diesen Namen, weil dort seit Jahrhunderten Hufeisen für Seepferdchen hergestellt werden.
Das Wetter war sehr gut, windig, aber sonnig. Die Überfahrt war sehr entspannt, bis eine Gruppe Piraten versuchte, die Fähre zu kapern, um meine Biervorräte zu plündern.
















Aber keine Sorge, es waren keine Piraten, sondern Kräfte der Spezialeinheiten der Mounties, die den Zugang zu einer Fähre geübt haben. Es muss also keine Crowd-Funding-Aktion gestartet werden, um mir wieder Bier zu beschaffen.
Schaden würde es aber nicht…
In Horseshoe Bay angekommen, mussten wir nur noch zu unserem nächsten Campingplatz, der keine 50 Kilometer entfernt war. Er liegt auf dem halben Weg nach Whistler in den sieben Bergen bei den sieben Zwergen. Die Fahrt dahin führte jedoch über eine Bergstraße direkt an einer traumhaften Bucht. Der einzige Fehler war, dass die Kanadier wieder vergessen haben, Aussichtspunkte in ihre Autobahn zu bauen, damit die deutschen Touristen ihre Speicherkarten füllen können. Daher habe ich in meiner Not aus dem Auto heraus fotografiert…









Wie ihr sehen könnt, ist es mir wieder gelungen, uns von hinten zu fotografieren.
Auf dem Weg haben wir kurz vor dem Campground noch im Shannon Falls Park gehalten, in dem wir den zweiten Wasserfall des Tages gesehen haben. Der war mit über 330 Metern etwas höher als der erste.



Die restlichen Kilometer waren wieder atemberaubend. Ich habe mal versucht, auf 100 Metern Fahrtstrecke mehrere Fotos zu machen, um in etwa darzustellen, was einen hier so auf die Rezeptoren im Auge einschlägt…






Jetzt sitzen wir im Wohnmobil, das auf unserem schönen Naturcampground steht…


… und sammeln Kräfte für den morgigen Tag. Da geht es nach einer Wanderung am Morgen nach Whistler. Dort werden wir mit Gondeln auf die Berge der Umgebung gekarrt. Bin mal gespannt!
Bisher sind alle dabei geblieben.
Es gab nur ein Paar, dass die sagenumwobene Strecke (Stephans Highway des Todes) nicht mitgefahren ist. Die Frau hat Höhenangst. Sie sind eine andere Strecke gefahren und haben zwei Nächte woanders verbracht.
Keine Angst, zuhause arbeite ich an einer unterirdischen Pipeline des regionalen Bierherstellers bis zu unserer Straße!
Hallo Stephan,
wieder einmal ein herrlicher Reisebericht, und diesmal sogar mit einem kleinen Abschied von Vancouver Island. Die Bilder machen fast Lust, selbst ins Wohnmobil zu steigen und loszufahren. Besonders die Wasserfälle, die Küstenlandschaften und die Fahrt durch die Bergwelt Richtung Whistler sehen einfach fantastisch aus.
Deine Beschreibung von Nanaimo als „keine baskische Trash-Metal-Gruppe“ hat mich zum Schmunzeln gebracht. Auch die Geschichte mit den Piraten auf der Fähre beruhigt mich natürlich ungemein, ich hatte schon überlegt, ob wir eine spontane Bier-Hilfsaktion für notleidende deutsche Touristen in Kanada starten müssen.
Die Fotos vermitteln sehr schön, wie gewaltig und weit die Landschaft dort ist. Gerade die Aufnahmen von der Straße aus zeigen eindrucksvoll, was man dort vermutlich in jeder Kurve neu zu sehen bekommt. Da kann man gut nachvollziehen, warum die Speicherkarten in Kanada besonders leiden müssen.
Vielen Dank fürs Mitnehmen auf eurer Reise. Ich bin gespannt, was die Gondelfahrt und die Berge dort noch für euch bereithalten.
Weiterhin eine tolle Zeit, viele schöne Eindrücke, gutes Wetter und natürlich stets ausreichend Bierreserven!
Liebe Grüße aus ROM
Wieder klasse Bilder. War bestimmt schön laut am Wasserfall. Die Spezialeinheiten der Mounties ist Euch bestimmt nachgesandt worden – auf der Suche nach dem geschlachteten Bären. Bin auf die Bilder der Gondelfahrt gespannt – ganz mein Ding🙃
Sind eigentlich noch alle Mitreisenden dabei oder habt ihr den Einen oder Anderen schon im Wald entsorgt?