Lassen Volcanic National Park. Das ist der offizielle Name des Etablissements, in dem wir uns grade befinden. Das heißt, genau genommen Manzanita Campground im Lassen Volcanic Nationalpark. Und das Wort „Volcanic“ lässt den Schluss zu, dass es hier irgendwo heiß ist.

Ist es wirklich. Die Temperaturen pendeln sich schon morgens um die 25 Grad ein, und dass auch abseits irgendwelcher Lavaströme. Eine willkommene Abwechslung zu den feuchtkälteren Morgenstunden an der Pazifikküste. Und damit wir die „Must sees“ des Parks nicht in der Mittags- bzw. Nachmittagshitze genießen müssen, haben wir uns schon morgens auf den Weg gemacht. Alex war so lieb und hat uns in seinen Pickup gepackt, damit wir das Wohnmobil nicht flott machen müssen. Moni hat derweilen am Wohnwagen mit Gus und Bella gechillt.
Der Lassen Volcanic Nationalpark ist- überraschenderweise- ein Park, in dem immer noch vulkanische Aktivität zu beobachten ist. Der höchste Gipfel, der Lassen Peak mit über 3000 Metern Höhe ist ein aktiver Vulkan, der regelmäßig ausbricht. Zuletzt 1915, davor 25085 vor Christus. Also etwa regelmäßig alle 27.000 Jahre. Man kann sehr gut an den unterschiedlichen Gesteinen, deren Zusammensetzung und Farbe erkennen, vom welchen Ausbruch welcher Stein stammt. Wenn man Geologe ist. Wenn man so einfach gestrickt ist wie unsereiner, muss man für diese wahnsinnige Erkenntnis die vielen Tafeln bemühen, die hier überall aufgestellt wurden, um über die vulkanischen Ereignisse aufzuklären. Und das man in der Lage ist, diese Tafeln zu lesen, ist ja auch schon eine intellektuelle Leistung. Zwei Drittel der AfD-Wähler können das nicht.
Grundsätzlich sieht man von der vulkanischen Aktivität auf den ersten Blick wenig. Ohne die Informationstafeln wäre es ein schöner Park mit mehreren hohen Gipfeln, die seltsam geformt sind.

Der Park ist beeindruckend. Die Wälder sind dicht, und die hohen Bäume sind auf Lavafeldern gewachsen, die vom letzten Ausbruch vor hundert Jahren stammen. Ein Fotograf namens Loomis war fünf Tage nach dem ersten Ausbruch hier in der Gegend (da war es noch kein Park, sondern nur Gegend) und hat Bilder gemacht, die aufzeigen, mit welcher Urgewalt der Vulkan die Wälder zerstört und mit Gestein bedeckt hat. Dieser Fotograf war übrigens ein Glückspilz, den nur ein paar Stunden, nachdem er die Gegend verlassen hat, ist der Lassen Peak erneut ausgebrochen und hat die Bereiche, die er fotografiert hat, wieder mit pyroklastischen Strömen und Gesteinslawinen malträtiert. Zum Glück hat Loomis überlebt (zumindest die Ausbrüche, ich vermute jedoch, das er später an irgendetwas verstorben ist), und Dank seiner beeindruckenden Fotos hat sich der damalige Präsident Roosevelt entschlossen, den Lassen Volcanic Nationalpark zu gründen. Und der Park heißt nicht Lassen, weil sie Vollpfosten wie mich hier hereinlassen, sondern weil einer der ersten Siedler in dieser Gegend mit Nachnamen Lassen hieß.
Wir sind mit Alex alle interessanten Punkte angefahren, auch die, die noch auf die vulkanische Aktivität hindeuteten. Hier gibt es Wasserstellen, in denen das Wasser durch das vulkanische Gestein nach oben gedrückt wird und kochend heiß und nach Schwefel stinkend an die Oberfläche blubbert.






Wenn also jemand sagt, „geh doch zum Teufel“, dann wünscht er ihn hierhin. Und da es hier wunderschön ist, ist es gar nicht böse gemeint!

Nach fast vier Stunden waren wir wieder zurück, und der entspannte Teil des Tages hat begonnen. Erst gab es Bier, Aaron ist unter meinen wachsamen Augen in den schönen See schwimmen gegangen, und Nicole ist mit Moni und Ann einen Trail um den See gelaufen, auf dem man nochmal einen schönen Blick auf den Vulkan hat. Lecker essen, etwas Bier trinken und am Feuer sitzen, und schon ist der Tag vorbei.






Morgen fahren wir zum Crater Lake, ausnahmsweise mal ein Vulkan-Park!
Ach ja, wer mit der Überschrift nichts anfangen konnte: der erste Offizier der Enterpr, Mr. Spock, stammte vom Planeten Vulkan. Oder stammt. Oder wird vom Planeten Vulkan stammen werden. Futur 3 Akkusativ. Hach, was bin ich intralektuell!!!