Seattle, the Emerald City! Seattle, die Smaragd-Stadt! So wird sie wegen der vielen grünen Wälder und Wiesen im Stadtgebiet und Umland genannt. Ob das wirklich stimmt, wollten wir heute überprüfen. Um kurz nach neun ging’s los. Da ich keine Lust hatte, ein siebeneinhalb Meter langes Wohnmobil durch eine Großstadt zu kutschieren, haben wir uns für den ÖPNV entschieden.


Mit Hilfe einer Rabattkarte, der sog.“Orca-Card“, haben wir für die eineinhalb Stunden lange Fahrt 3,25 $ bezahlt. Also etwas mehr als drei Euro. Und stressfrei haben wir noch eine kleine Stadtrundfahrt gemacht. Und dann waren wir im Zentrum!
Seattle wurde erst 1869 gegründet und war die ersten dreißig Jahre nichts als ein verschlafenes Städtchen mit kleinem Hafen. Um die Jahrhundertwende kamen Goldgräber aus ihren Claims in die Stadt, um Vorräte zu kaufen. diese Vorräte bezahlten sie mit Gold, dass sie nach eigenen Angaben in den Bergen um Seattle herum und in Alaska gefunden hatten. Der einzige Zeitungsverleger der Stadt hörte davon und druckte eine Ausgabe mit der Überschrift „Gold! Gold! Gold!“ Diese Nachricht ging wie ein Lauffeuer durch die USA, und überall ließen die Leute alles fallen, um nach Gold zu schürfen. Und alle kamen sie über Seattle in die Berge und nach Alaska. Dadurch wurde die Stadt reich.
Seattle ist übrigens von drei Seiten von hohen Bergen umgeben, und die einzigen Berge, die keine Vulkane sind, befinden sich auf der olympischen Halbinsel. Und Erdbeben gibt`s hier auch öfter. Aber sonst ist alles sicher. Bis auf die Tsunamis. Aber auch ein Feuer 1889, das fast die ganze Stadt vernichtete, konnte den Aufstieg der Stadt nicht aufhalten.
Uns konnte auch nichts aufhalten, und gegen 11:00 Uhr erreichen wir den bekannten Pike Place Market, einen der ältesten ohne Unterbrechung betriebenen Märkte der USA.

Wir haben ihn aber zunächst nur durchquert, da wir schnell zu sogenannten Waterfront wollten, um eine Hafenrundfahrt zu machen (mit einem richtigen Schiff, nicht mit dem Zeigefinger des Urologen!) und uns das Seattle Aquarium anzusehen. In den Markt wollten wir später, um etwas zu essen.
Nachdem wir uns zunächst einen Überblick verschafft haben…



… ging es zum Anleger der Hafenrundfahrt.

Die Rundfahrt war super und eine der Besten, die wir je gemacht haben. Sie dauerte zwar nur eine Stunde, war aber Informativ und bot spektakuläre Ausblicke!










Beim Getränkekauf an der Schiffsbau fragte uns das Personal man uns nach unserer geographischen Herkunft, und als sie Spitz bekamen, dass wir aus Deutschland kommen, haben sie als Reminiszenz an Uwe Seeler einen kleinen Abstecher zum Hamburger Hafen gemacht.

Dann wurde es geheimnisvoll! Die Rundfahrt ging an einem Trockendock vorbei, auf dem zur Zeit Schiffe für die US-Marine überholt und gebaut werden. Das geheimste Objekt war verhüllt, doch durch geschickte Vernehmungsmethoden haben wir erfahren, dass dort ein neues Superschiff gebaut wird! Die Marine war auf der Suche für Nachfolger der aktuellen Flugzeugträger-Baureihe, aber alle Vorschläge der Industrie waren der Regierung zu teuer. Der damalige US-Präsident Trump hat dann abends im Bett den ersten Star Wars Film geschaut und fand den „Millennium Falken“ total super. Er hat ihn bei Amazon von Lego für 300 $ gesehen und direkt gekauft, und in dem Trockendock kleben jetzt die besten Ingenieure des Landes die Legosteine mit Uhu zusammen, damit er nicht untergeht! Trump hat noch einen Imperialen Sternenkreuzer und den Todesstern gekauft, die werden aber erst später auf Kiel gelegt! Ich hoffe, Ihr behaltet diese brandheiße Info für Euch, sonst können wir hier richtig Probleme kriegen!!!

Um das ganze zu finanzieren, haben sie zwei alte Schaluppen der Küstenwache an Sri Lanka verkauft. Die Srilankesische Mannschaft wird aktuell in die Schiffe eingewiesen. Dass sie zur Finanzierung der Kaufes hier in Seattle Abends als Pizzabäcker unterwegs sind, halte ich für eine böswillige Unterstellung!

Hier im Hintergrund sieht man bereits einen Teil der zwei großen Stadien, die sie direkt nebeneinander gebaut haben. Hier sind sie besser zu sehen:

Im linken Stadion wird American Football und Soccer (also Fußball) gespielt, im rechten Baseball. Offenbar hatte man genug Platz und Geld, um nicht einen Multifunktionsbau zu erstellen, sondern gleich zwei Riesenstadien.
Da wir während der Hafenrundfahrt keine Fische gesehen haben, wurde das im Anschluß Flugs nachgeholt: ab ging’s ins Aquarium!
Das Seattle Aquarium liegt direkt am Wasser und hat den Schwerpunkt „Maritimes Leben am Puget Sound (das ist die Meeresbucht, an der Seattle liegt). Hier gibts alles mögliche nasse und feuchte Getier, das man sogar anfassen kann!


Aaron hat hier zum ersten Mal eine Gurke freiwillig angefasst. Aber erst dann, als wir ihm gesagt haben, dass es eine Seegurke ist und eigentlich aus Fleisch besteht!
Und erinnert Ihr Euch noch an den Oktopus Paul, der vor Jahren die Ergebnisse der WM-Fußballspiele orakelt hat? Nachdem er das WM-Halbfinale 2010 Deutschland-Spanien falsch orakelt hatte, musste er fliehen und bekam hier Asyl!

Nachdem er allerdings die letzte Präsidentenwahl falsch vorausgesagt hat, muss er hinter Panzerglas leben, da ihn schon mehrere Trump-Anhänger abknallen wollten.
Das Aquarium ist sehr nett, und Nicole flippte plötzlich völlig aus! Sie haben hier Papageientaucher, Ihre Lieblingsvögel!




Sie sahen zwar etwas zerrupft aus, waren aber trotzdem niedlich. Bei Vögeln habe ich andere Vorlieben, das gehört jetzt aber nicht hierhin. Nicole war jedenfalls happy!
Anderthalb Stunden gingen schnell vorbei…


…und nach Verlassen des Aquariums ging es hinüber zum Pike Market, um etwas zu essen.
Hier bietet man rohes Essen an


aber auch gekochtes und gebratenes. Und die Knauers waren die ersten Menschen seit 1912, die es geschafft haben, hier nichts zu Essen zu finden! Dem einen war zuviel Fisch drin, dem anderen zu viel Gemüse, und die dritte wollte eigentlich immer was anderes. Also haben wir den Market verlassen und haben an einer Hochbahnstation gegessen. War auch lecker!


Ah ja, den Pike Market mussten wir rennend verlassen, da wir zum Abschluss noch die Gum-Wall besichtigt haben. Das ist eine Gasse, in der irgendwelche Fickel ihre Kaugummis an die Wand geklebt haben.

Hier wollte sich ein frecher Typ vordrängeln, den habe ich gepackt und an die Wand gedrückt. Da klebte er erst mal fest. Und wir rannten feste weg. Im Fernsehen haben wir vorhin gesehen, dass sie ihn mit einer Flex losschneiden mussten.
Gerannt sind wir zur Space Needle, dem 184 Meter hohem Wahrzeichen der Stadt.

1889 von Gustave Eiffel für die Weltausstellung fertiggestellt – ach ne, das war ja der andere Turm! Der hier wurde 1962 für die Weltausstellung gebaut und ist danach stehengeblieben, genau so wie sein großer Bruder in Paris.
Wir waren gegen 17:00 Uhr da, und sind sofort zum Aufzug gekommen. Glück muss man haben, sonst gibt es stundenlange Wartezeiten! Und von oben war die Aussicht der Hammer!








Der Mount Rainier ist hier omnipräsent, und wir hatten Glück, ihn ohne Wolken zu sehen. Ist wohl nur an 80 Tagen im Jahr möglich…
Danach ging es zurück zum Wohnmobil. Morgen steht der letzte Tag mit einem Kurzbesuch in Seattle an, und dann gehts ans Packen und Wohnmobil putzen. Mann, was geht die Zeit schnell vorbei!
…Geballtes Wissen !!!! Ihr habt wohl viele Geschichtsbücher im Gepäck?….oder zu Hause studiert? So viel weiß ja nicht einmal Google .
Danke für eure tollen Fotos und die Vermittlung geschichtträchigen Wissens aus eigener, humorvoller Sicht :-))!!! Liebe Grüße Ingelore und Norbert